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Warum viele Manuskripte abgelehnt werden

Liebe Autorinnen & Autoren,

Immer wieder erhalte ich Rückmeldungen von unseren Lektoren und Testlesern, die letztendlich dazu führen, dass ich ein Manuskript ablehne. Manuskripte abzulehnen ist wohl - neben der Steuererklärung - die unangenehmste Tätigkeit, die ich machen muss. Ich hasse das! Bis vor einiger Zeit habe ich auch jedes Manuskript, das ich ablehnte nochmal selber gelesen - vielleicht sehe ich das ja anders, als die Lektorin oder der Lektor. Ich habe dazu nicht mehr die Zeit und gebracht hat es auch nichts. Entweder ich kam zur gleichen Überzeugung, weil ein Manuskript einfach grottenschlecht war oder Es fiel mir so schwer die ersten Seiten zu lesen, dass ich aufgab das Manuskript überhaupt bis zu Ende zu lesen. Hier gelten die gleichen Regeln, wie bei jeglichen Manuskripten, also Krimis, Liebesgeschichten, Literatur usw..
Der Leser muss auf den ersten Seiten in die Geschichte reingezogen werden und Lust haben weiterzulesen. Ist diese Lust nicht da, legt der Leser das Buch zur Seite. Ein Lektor oder eine Lektorin hält da etwas länger durch - aber nicht viel länger. Er oder Sie stellt sich dann ziemlich schnell die Frage: Was kann denn da noch tolles kommen. Wenn nicht zu viele Manuskripte zur Begutachtung vorliegen, dann wird vielleicht nochmal irgendwo in der Mitte oder am Ende gelesen. Doch das muss dann schon extrem überzeugend sein, damit der schwache Anfang wieder wettgemacht wird.

Oft erhalten wir auch Leseproben. Das ist toll, denn dann können wir schnell einschätzen, ob ein Manuskript interessant für uns wäre. So weit die Theorie ...
Zu einer Leseprobe gehört immer auch ein Expose oder bei Kurzgeschichtensammlungen zumindest eine Zusammenfassung des Inhalts, denn wir müssen auch die Gesamtstory kennen. Woher sollen wir ansonsten wissen, um was es geht? Falls - ich betone: Falls überhaupt eine Zusammenfassung mitgeschickt wird, beschränkt die sich oft auf in etwa Folgendes:

Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen und was dann passiert hat er (oder sie) nie für möglich gehalten.

Wow, das muss ja ein tolles Manuskript sein und das Buch dazu wird garantiert ein Bestseller. Entschuldigt bitte den Sarkasmus - aber solche Aussagen eignen sich zwar bedingt dazu Neugierde auf ein Manuskript zu wecken, doch wir müssen mehr wissen. Wir brauchen eine aussagekräftige Zusammenfassung der Story. Um ein Beispiel aus dem Krimi-Genre zu bringen: Der Leser darf natürlich nicht vorher wissen, wer der Mörder ist. Wir müssen es wissen. Eben eine Zusammenfassung und keinen Teaser.

Eigentlich wollte ich in diesem Blogartikel noch gar nicht ins Detail gehen, aber jeetzt wo ich sowieso dabei bin: Manuskripte, die schon vor Jahren in irgendwelchen Geschichten-Foren veröffentlicht sind, sind nur interessant, wenn das Manuskript mehr bietet. Eine Überarbeitung des Textes, oder ein Ausarbeiten der Idee sollte zumindest stattgefunden haben. Auf jeden Fall erhalten nettgemeinte E-Mails mit dem Hinweis wir sollten doch mal die Geschichten des Pseudonyms XXX auf der Plattform XXX lesen und dann ein Angebot für einen Vertrag unterbreiten immer eine Ablehnung.

Um den Bogen zurück zum Anfang des Artikels zu schlagen: Ich hasse es, Ablehnungen zu schreiben. Auch weil mir völlig bewusst ist, dass sich da jemand total viel Mühe mit einem Manuskript gegeben hat und oft auch große Hoffnungen mit der Einsendung verbindet. Und diese zerstöre ich mit der Absage, ich gebe Autoren und Autorinnen das Gefühl das sei alles umsonst gewesen, ich würde ihre Arbeit nicht wertschätzen. In der Regel tue ich das doch auch bei einer Absage. Ich muss nur abwägen zwischen dem Aufwand, der bei uns im Verlag entsteht und den Möglichkeiten des Absatzes am Markt. Aber um die Anzahl der Ablehnungen zu Reduzieren werden hier in nächster Zeit ein paar Artikel veröffentlicht, die sich mit den möglichen Absagegründen beschäftigen und in Ansätzen Zeigen, wie diese Fehler/Schwachstellen vermieden werden können.

Warum Manuskripte abgelehnt werden, dafür gibt es vielfältige Gründe. In Kürze findest du hier Artikel zu folgenden Ablehnungsgründen:

  • Text macht keine Lust aufs Weiterlesen.
  • Manuskripte mit offensichtlichen Mängeln (Rechtschreibfehler /Zeichensetzung oder schwer lesbare Texte)
  • Langweilige Sprache

Bis bald Euer Tom

 

 

 

Aktionspreis & Neuerscheinung: Runenmagie von Adrian Pein

Von Adrian Peins Fans sehnsüchtig erwartet - ab heute ist sin neueste E-Book "Runenmagie" lieferbar. Und in den ersten vier Wochen zum Einführungspreis von nur 1,99 Euro.

Drei Femdom-Geschichten von Adrian Pein sind in diesem E-Book zu finden. Nachdem der letzte Titel sanft war, anders als man es vom Autor gewöhnt war, kommt jetzt wieder der »alte« Adrian Pein hervor: SadoMaso-Action gewürzt mit subtilem, zuweilen fast derben Humor und überzeichnete Charaktere. Eine Mischung von BDSM-Erotik - die das Kopfkino zum Durchdrehen bringt - gepaart mit fast satirisch bis sarkastischem Lesevergnügen.
Die Protagonisten sind aus dem Leben gegriffen, z.B. der extrem rechte Maso ist, der voller Wehmut Dokumentationen des Dritten Reichs anschaut und dafür von seiner Herrin gezüchtigt wird, in der Hoffnung ihm das auszutreiben.
Adrian Pein ist hier ein extremer Spagat zwischen bitterböser, sarkastischer Sozialkritik und erotischer BDSM Einhand-Literatur gelungen.

Zur Leseprobe

XL-Leseprobe: Schattenkartell

Lust und Laune
Aus der Perspektive von Veronique


Magnifique, war das ein geiler Einstieg in die Welt des SM! Zugegeben, mein Soixante-Neuf-Portrait aus Nudios überraschend vorzeitiger Eruption war schon grenzwertig, aber ich machte ihm wirklich keinen Vorwurf. Wäre es mein Schwanz gewesen in dieser strangulierenden Knebelung, ich hätte »bei meinem Fingerspitzengefühl« auch abspritzen müssen. Égale, auf ihre extreme Art war auch die Aufnahme absolut geil, und dies versicherte ich auch meinem Mit-Sklaven auf sein wiederholtes Mea culpa.
Verliebt war ich in die meisten anderen Bilder, von mir, von uns, alle super-erotisch. Mein erstes Akt-Shooting. Mein erstes Akt- und Fetisch-Shooting! Den menschlichen Körper so sexy, erotisch, bizarr, aber eben ästhetisch zu fotografieren, war in meinen Augen große Kunst. D’accord, es lag in der Natur der Sache, eine Gratwanderung zu sein, eine scharf gezeichnete dazu. Einen Po zu zeigen mit den Händen in Leder-Cuffs gefesselt, war absolut gesellschaftsfähig, die nackten Füße in Ketten schon etwas mehr Boheme, blanke Brüste mit beschwerten Nippelklemmen provokant, kritisch: ein Penis als solcher.
Dieser Maßstab war natürlich nur relevant in Bezug auf die »Öffentlichkeitsarbeit« des Clubs. Für den Membership-Bereich gab es kaum ein Tabu, und zu meinem eigenen Erstaunen über mich empfand selbst ich tiefe sadistische Erregung, als auf dem Großbildschirm die richtig provokanten Aufnahmen von Nudio erschienen. Kompliment und Respekt, nicht heimlich verschämt, sondern frei heraus gesagt. Mein liebenswerter Partner auf Zeit schien ob meiner Gefühlsäußerungen ebenso leicht unbestimmt in meiner Einordnung zwischen suspektem Erstaunen und gefühlter Seelenverwandtschaft. Ungelogen, der Anblick eines geschnürten Penis im Leder-Korsett mit gestretchten Hoden hat was, schon allein als Genugtuung für die Frau!
***
Unser zweiter Abend im Edelkerker wurde kürzer als Tags zuvor. Ein Foto-Shooting ist erstaunlich anstrengend, merkte ich. Körperspannung und Muskeltonus aktivieren, vor jedem Klick. Wir hatten unser abendliches Diner, massierten uns gegenseitig noch ein wenig, und gingen früh in Kuschelstellung. Für den kommenden Tag war ein Training angesagt, mein erstes Training als BDSM-Model. Zuckerbrot heute, und morgen die Peitsche!
***



Acht Stunden später und der erste Hieb des Leder-Slappers schnalzte auf meine nackte Fußsohle. Heftig, schmerzhaft, der Aufschrei nicht zu vermeiden. Nächster Hieb, auf den anderen Fuß, argh. Aber so leicht – argh - kriegt ihr mich nicht zum Betteln! Zuvor hatte ich zuschauen müssen – eher dürfen – wie Nudio ausgepeitscht wurde. Skurril, es schien mir eher ein Warm-up-Spiel denn Lustfolter. Lady Cho, Lady Rana und auch Leeloo schienen sich ohne Worte mit seiner Körpersprache zu verstehen, variierten die Intensität der Schläge und achteten auf die reflexartigen Ausschläge seiner gefesselten Füße, egal ob sie deren Sohlen direkt auspeitschten oder auf seine Genitalien zielten. Im Verlauf der wiederholten Zyklen zwischen Bastinada und dem Slapping seiner Hoden und seiner blanken Eichel machte ich aus, dass er am sensibelsten auf das Foltern seiner Eier reagierte. Sie testeten auch gemeinsam aus, wie stark sich seine Hoden in einem transparenten Crusher quetschen ließen, bevor er das vereinbarte Zeichen zum Abbruch gab. Zuletzt beträufelten die Dominas ihn mit heißem Kerzenwachs, von seinen Brustwarzen bis auf die Penisspitze.
***
Fast etwas distanziert und unberührt hatte ich seiner sadomasochistischen Tortur beigewohnt, obwohl es im Grunde ein horrendes Szenario war, welches sich da unmittelbar vor meinen Augen abspielte. Vielleicht war es der seltsam einvernehmliche, stille Dialog zwischen allen Akteuren, welcher mich beruhigte. Alles in Ordnung, keine Gefahr im Verzug, wobei der Anblick scheinbar platt-gequetschter Hoden schon Angst machen konnte.
Rochade, die unschuldige Veronique auf der Streckbank, ihr zuvor gemarterter Geliebter seitlich neben ihrem Kopf, ihre Qualen bezeugend. So ähnlich verkitschte ich mein angehendes Leiden, nur dass aus dem schmalzig illusionierten Hach gleich ein schnalziges Argh wurde. Wie ein Sprung ins kalte Wasser: Schock, sie foltern mich! Dem ersten Schock folgte Unglaube, dann renitenter Trotz, dann ein Anflug von … Gewöhnung, dann – Schamröte – Gefallen. Letzteres kristallisierte sich wohl aus der zunehmenden Gewöhnung meines Körpers an die Schmerzimpulse als auch der Empathie der Ladys, welche mich geißelten. Außerdem wollte ich nicht »Mädchen« sein, ich konnte und wollte mir Respekt erwerben mit dem, was ich aushalten konnte. Und Waxing sah viel schlimmer aus, als es sich auf der eigenen nackten Haut anfühlte.
***
Die letzten zwei Stunden unseres Einführungstrainings war der Theorie reserviert, genauer, der aktuellen Choreografie des Abendprogramms. Für unseren Part nach der zweiten Pause skizzierte die Spielleitung folgenden Plot: Junges Liebespaar spielt verbotene Spiele, Sie an ein Andreaskreuz gefesselt, er vergnügt sich an ihrem Körper, Sie zeigt laszive Erregung; Auftritt einer Streife der Sittenpolizei, Verhaftung, Verhör; Liebespaar wird dem Gericht vorgeführt, verweigert Geständnis, Anordnung einer peinlichen Befragung. Soweit die markanten Eckpunkte. Viel größere Sorgen machte mir jedoch die Ankündigung der »Nach-Spielzeit«: ein Look-and-Feel im Käfig des Foyers.



Nudio erzählte mir beim abendlichen Essen von seiner Erfahrung mit diesem Après-torture. Der Käfig im Foyer hat keine Tür. Du wirst von der Etage darunter mit passender kleiner Hebebühne nach oben zwischen die Gitter geliftet. Du bist dabei bereits zum X in einen schmalen Rahmen gefesselt. Deine Augen sind nicht verbunden, aber die Gäste tragen unisono gleiche Gesichtsmasken, um selber inkognito zu bleiben. Er erlebte es schlimmer als das CBT auf der Bühne, die stechenden Blicke auf deinen entblößt dargebotenen Körper, und das Befühlen.
Auch mir schauderte dabei. Der schiere Gedanke, dass anders als in der definierten Intimität mit den zunehmend vertrauten Dominas, bei dieser infamen Zurschaustellung wildfremde Menschen dich ungeniert betasteten oder eher begrapschten, verschaffte mir eine Gänsehaut. Es machte es nicht besser, dass du vorher in keiner Weise aufgehübscht wurdest, sondern so präsentiert wurdest, wie du von der vorangegangenen Folter gezeichnet warst.
Nudio nahm mich zärtlich n den Arm.

 



Premiere
Aus der Perspektive von Nudio


Auch ich war nicht frei von Lampenfieber, trotz der Erfahrung einer ganzen Saison. BDSM vor zahlendem Publikum! Der heutige Abend war ausgebucht, alle Logen besetzt, Nudio back on stage, endlich wieder CBT vom Feinsten und Gemeinsten. Mit der Promotion unserer Fotos und Videos aus der vergangenen Woche war die Stimmung heiß, die Nachfrage über dem Angebot, first come first served.
Die Ladys erzählten uns, dass sich die Gäste gegenseitig überboten, jeder wollte uns sehen, das neue Traumpaar in der neuen Storyline, verbotene Liebesspiele, Verhaftung, Verhandlung, peinliche Befragung, erst einzeln, dann zusammen. Mehr als diese wenigen Andeutungen waren nicht lanciert worden, aber eben Bilder. Auf den Straßen dieses Vergnügungsviertels, so die Info, sahen uns die Passanten wirklich in der geschachtelten Verkettung, von unseren Füßen bis knapp zum Po. Und es gab darüber hinaus Teaser zu sehen, kurze Videos mit harten Schnitten und einem heavy Techno-Beat. Veronique und ich hatten die fertigen Teaser bereits auf unserem Edelkerker-Bildschirm gesehen, hätten aber nicht gedacht, dass diese auch auf den öffentlichen Straßen dieses bizarren »Rotlicht«-Viertels publiziert werden sollten. Die Sequenzen sparten zwar explizite Sichten auf unsere Genitalzonen aus, aber es war die unverkennbare Botschaft, dass in diesen Shows eine nackte westliche Frau, und eben auch ein nackter Mann!, auf extrem bizarre Weisen gefoltert würden, zu Recht natürlich.

In einer Minute war es soweit, unausweichlich, unsere Premiere auf der Bühne dieses Etablissements. Ende der zweiten Pause, der Vorhang noch geschlossen, wir dahinter. Genauer gesagt: Ich war bereits an das Andreaskreuz gefesselt, die Augen verbunden. Auch Veronique hatte nichts an - außer ihrer Hals-, Hand- und Fußfesseln, nur zur Einstiegsszene nachvollziehbar, ohne Ketten. Beginn der Choreografie: verbotenes Spiel an ihrem gefesselten Geliebten.
Der Vorhang glitt zur Seite, knisternde Stille, dann Je t’aim. Sie begann ihr erotisches Spiel an meinem dargebotenen Körper. Die grellen Scheinwerfer wärmten meine Brust, dennoch bekam ich Gänsehaut. Wie viele Augenpaare mochten aus dem Dunkeln auf uns starren, ihre Finger, ihre Zunge, wie sie passend zur erotischen Musik ihren gefesselten Geliebten langsam in Ekstase schraubte. Just als sie auch zum eigenen Entzücken an einer meiner Brustwarzen knabberte, während eine Hand zeitgleich meine Hoden massierte, nahm die aufgesetzte Story ihre abrupte Wende. Am Ende des aufgeregten unverständlichen Disputs mit der angeblichen Sittenpolizei war mein Körper vom Andreaskreuz entbunden aber Veronique mit Händen und Füßen auf »Tuchfühlung« Bauch an mich und meinen Rücken gefesselt. Mir selbst hatte die Streife neben Ketten noch einen Penis- und Hoden-Harness angelegt, eine Schlaufe um die Kranzfurche gebunden, und geleitete uns daran tippelnd zur nächsten Polizeiwache.



Vorhang zu, kurzer Umbau, Vorhang auf: Szene zwei. Veronique und ich stehen immer noch zusammengebunden vor einem Schreibtisch der Polizeiwache. Erneut ein unverständlicher aber scharfzüngiger Dialog respektive Monolog, nach dessen Ende wir Rücken an Rücken in ein Rahmenportal auf einer kleinen Drehbühne gefesselt werden.
Auftritt einer Richterin. Die leitende Offizierin der Polizeiwache schildert die Vorkommnisse, die Richterin wendet sich einzeln an uns, fragt vereinfacht: »Guilty?«, von uns spontan erwidert mit zweimal »No«. Die Richterin wendet sich wieder an die leitende Offizierin und ordnet an, uns unsere Geständnisse zu entlocken. Banal, aber so die simplifizierte Überleitung zu unserer peinlichen Befragung.
Mochte der Handlungsfaden auch wenig komplex sein, die Inszenierung unserer Folter war raffiniert. Po-an-Po und Dos-a-Dos zum X in das Portal gefesselt zu sein, ließ den einen, unmittelbar am Leiden des anderen, teilhaben. Ohne auf die perfiden Details einzugehen, es war immer wieder und erst recht für unsere BDSM-Novizin eine physische und auch seelische Herausforderung, diese semi-öffentliche Züchtigung durchzustehen, ohne auf das Safeword zurückzugreifen. Über eine Stunde waren wir sadomasochistisch gemartert worden, bevor sie uns erneut nach dem Geständnis fragten und wir wie abgesprochen erneut verneinen mussten. In der lokalen Sprache verkündigte die Richterin noch die Anordnung, die beiden Geständigen sollten unter strengsten Auflagen sicherheits-verwahrt werden bis zu endgültigen Verhandlung über ihre Bestrafung, der Stoff für weitere Show-Abende.
***
Der weit unangenehmere Teil des Abends, jener vor dem Veronique nach meiner Vorankündigung tags zuvor ebenfalls die meisten Befindlichkeiten hatte, stand uns noch bevor: unsere Käfighaltung im Foyer. Nicht jeden Show-Abend, aber doch jetzt zur Premiere, wollte man den elitären und betuchten Business-Damen auch nacktes Fleisch zum Anfassen und Befühlen offerieren. Hinter dem geschlossenen Bühnenvorgang ging es unverzüglich in die Etage darunter, wo am Ende des Ganges im Kegel eines Spotlichts die kleine runde Hebebühne mit dem aufgesetzten Rahmenportal stand, ähnlich dem heutigen Bühnen-Set nur schmaler. Ebenso wurden wir erneut Rücken an Rücken in das Portal gekettet, ungeniert, ungereinigt, behangen mit den perfiden Sex-Toys, mit denen sie uns gequält hatten. Lady Cho lächelte ihr täuschendes Lächeln, drückte den roten Pilzknopf, worauf die hydraulischen Maschinerie uns langsam aber unbarmherzig in den Käfig des darüber liegenden Foyers empor liftete. Ein schrecklich-schockierender, albtraumhafter Moment, wenn du in derart peinlichem Aufzug in die Mitte einer illustren Gästeschar exhibitioniert wirst, allein noch separiert durch den Kranz an Gitterstäben, zwischen denen alsbald schon die ersten reich beringten Hände hindurch langten. Sei professionell, Nudio! , aber dennoch schüttelte es mich beim Anblick der homogen maskierten Gesichter in so unmittelbarer Nähe, und dem abstoßenden sensorischen Gefühl von fremden manikürten Fingern an der empfindsamen Spitze meines Penis. Veronique schauderte es nicht minder, wie ich am vibrierenden Kontakt unserer blanken Pobacken deduzierte. Eine halbe Stunde Ewigkeit.
***



Wir duschten lange und auch gleich zusammen, nachdem die Ladys des Clubs uns endlich in unsere Schutzzone entlassen hatten. Für Sex hatten wir keinen Sinn mehr, allein das Abwaschen und gründliche Reinigen von allen Spuren und »Fingerabdrücken« zählte, so ausdauernd und repetitiv als wären wir kontaminiert. Zur Vollendung des Gefühls makellos erneuerter Sauberkeit beschenkten wir uns noch gegenseitig mit einer Massage mit Kokosöl. Erst als wir rundherum glitschig auf unserem warmen Wasserbett lagen, ging es uns wieder gut. Der Schlaf nach dem abendlichen Essen kam überwältigend schnell.

Leseprobe: Runenmagie

Runenmagie von Adrian Pein enthält drei Femdom-Kurzgeschichten. Ironisch, sarkastisch und expliziter Inhalt. Adrian Pein nimmt kein Blatt vor den Mund, nimmt die Gesellschaft mit Ihren Auswüchsen genauso auf die Schippe, wie seine Herrinnen und Sklaven. In unserer Reihe Dark Quickie erschienen und als E-Book in allen wichtigen Formaten erhältlich.

Zum Buch

Leseprobe:

...

Eine Woche später ein erneuter Familienabend, die Wogen scheinen geglättet zu sein, Inges Gleichmut lässt auch ihrem Sadismus oft schlummern. Obwohl sie schon befürchtet, dass Gustav erneut Unfug trieb, sei dies Onanie oder andere törichte Handlungen, wie die Bucht besuchen, was aber kaum mehr geschah die letzten Tage, als sie ihn scharf zurechtwies. Die Tage zuvor jedoch sabberte er beinahe unaufhörlich von dem schweigenden Buch und anderen Dingen aus Kriegszeiten, die sie so brennend interessierten wie wohl einst Cäsar das Zähmen von weißen Pferden oder grünen Giraffen.
Gustav vor seiner Herrin, das altbekannte Ritual folgt, er kniet begierig nieder und wie so oft beginnt er die Stiefel der Herrin und Ehefrau zu lecken. Doch Inge winkt ab, holt schnell aus und versetzt ihm eine Ohrfeige.
»Genug, mein süßer Sklave, mir steht heute nicht der Sinn danach.«
»Herrin, darf ich dich um etwas bitten?«
Verschämt und unsicher blinzelt Gustav seine Schmerzdame an, die wider Erwarten gnädig lächelt.
»Nun denn, er darf sein Wort an mich richten, aber zuvor beeile er sich und lecke er mir die Stiefel, das eben gezeigte war lausig!«
Seine Herrin liebt diese Leckdienste wahrlich und innig, wie auch der Sklave, der seine Zunge mit viel Geschick, Eifer und Geilheit an den Stiefel führt und blitzschnell zu lecken beginnt. Wobei er darauf achtet, dass ihr Fuß mit dem ledernen Stiefel ihn auch ab und dann im Schritt berührt, wo der zuckende Schwanz begierig auf diese Zuwendungen wartet, wie immer spitz wie eine V2, bereit für eine Entladung und Endlösung der Spermafrage in des Sklaven Eiern.
Inge ist trotz ihrer gnädigen Art innerlich etwas angesäuert wie eine Zitrone, die noch nicht die volle Reife erfahren hat. Die letzten Tage sprach ihr Gatte beinahe unentwegt von dem Bildband, den Raketen, die gegen Engelland flogen, von tapferen Kriegern in schwarzen Hemden, die unglaubliche Heldentaten vollbrachten, gegen die ein Supermann als minderbemittelte Figur erscheint. Ihr Vorschlag, dass sie doch mal wieder ausgehen könnten und eine Pizza oder Lasagne sich gönnen könnten, vorher Arm in Arm durch die Gassen flanierend, lehnte Gustav mit den schalen Worten ab, dass die Italiener Feiglinge seien, die schon zweimal Verrat am Kaiser und Führer getätigt hätten. Gut, dass Inge im Grunde eine gute Seele ist, die stets gutmütig das Leben genießt und auch mal sieben oder gar siebzehn grad sein lässt. Sie lebt ihren Sadismus lediglich in geschlechtlicher Zweisamkeit aus, neuerdings auch ab und dann abends, wenn ihr Gustav es mal wieder übertrieben hat und ein paar Hiebe benötigte, damit er wieder rund lief oder in die Spur zurückfindet.
Inge erkennt mit unfehlbarer Sicherheit, dass es heute mal wieder Zeit sei, ihren Gatten mit harter Hand auf den rechten Weg der Tugend zu geißeln und treten. Seine Tiraden über das Dritte Reich und den ganzen Nazidreck hatte sie nun restlos satt und diesen für Inge nun sehr, sehr unleidigen Punkt wollte sie heute ein für alle Mal klären. Allerdings nicht, ohne dass er ihre Stiefel zumindest zehn Minuten lang mit der Zunge poliert, bis sein Lippen ganz trocken und rissig aus dem Sklavengesicht leuchten wie seine gierigen Augen. Die Herrin belohnte diese Leckdienste gern mit der dominanten Wandlung, also der zuvor genossene Sekt oder Prosecco wandert nach dem Durchgang direttissimo aus der feuchten Vulva in des Sklaven Maul. Praktisch, wie Inge nun mal veranlagt ist, kann sie so dreifach punkten. Sie kann ungehindert und problemlos ihre Blase entleeren, den Sklaven wonnetrunken machen und ihre Stellung als Herrin bekräftigen durch diese demütigende und doch zugleich so berauschende Prozedur. Und vor allem, sie kann Gustavs Lippen wieder befeuchten, was in diesem Moment wohl das Wichtigste zu sein scheint.
Und nun seine Bitte, er möge sie brandmarken, ihn als ihr Eigentum kennzeichnen. Wie in den alten Schwarzweiß-Western, geht´s noch, hat er alle Tassen im Schrank? Sie blickte ihn perplex an bei der Frage. Er entgegnet fast schon unwirsch und erklärte ihr dann ausführlich, dass die tapferen Kameraden alle tätowiert waren, die Blutgruppe war bei ihnen auf der Innenseite des linken Oberarms tätowiert. Gustav hätte auch gern so eine Zeichnung, aber nicht am Arm und nicht als Tätowierung, eher mit Flamme und Feuer oder so. Inge gefallen diese irren Phantasien weniger und hyperventiliert innerlich beinahe, greller Zorn wallt in ihr hoch wie einst wohl das olympische Feuer in Berlin im Jahre 1936. Diese Zeichen und Phantasien erscheinen ihr suspekt und eher skurril, verherrlichen sie auf eine offensichtliche Art und Weise ein tausendjähriges Reich, das nach zwölf Jahren schon eine leidige Geschichte war. Gustav winselt und bittet so inständig und völlig würdelos, dass sich Inge fast fremdschämen muss. Schließlich gibt sie nach, widerwillig, aber doch auch mit dem Hintergedanken, dass sie Gustav eine brachiale Lehre erteilen muss, bevor diese braune Scheiße überhandnimmt. Am Sonntag wird sie ihm die Gunst gewähren, danach prügelt sie ihn erneut windelweich, bis fette Tränen aus geschwollenen Augen kullern und weißer Saft sich enthemmt auf ihre glänzenden Stiefel ergießt.

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Ende der Leseprobe

Ich war seine Sklavin als Buch lieferbar

Ab Dienstag ist das Buch zur erfolgreichen E-Book-Ausgabe von Lipuras Tagebuchaufzeichnungen "Ich war seine Sklavin" zum Preis von 12,99 Euro lieferbar.

Ein außergewöhnliches Buch - eine wahre Geschichte, rekonstruiert aus den Tagebuchaufzeichnungen der Autorin.

Diese wahre Geschichte hat die Autorin nach ihren Tagebuchaufzeichnungen geschrieben. Sie lässt die Leserin und den Leser authentisch an ihrem Gefühlsleben teilhaben und mit ihr Empfinden. Ein packender Roman über eine ungewöhnliche Entwicklung von einer Femdom zur Sklavin.

Lipuria ist eine junge Frau, die weiß, was sie will. Sie steht zu ihren sadomasochistischen Neigungen und lebt diese auch als Herrin aus. Sie genießt es, Männer zu dominieren und Ihnen erotischen Schmerz zuzufügen. Für sie ist ganz klar, sie ist eine Femdom.
Sie erfährt, dass ein befreundeter Arbeitskollege ebenfalls dominant ist, zwischen Ihnen prickelt es heftig, doch zwei dominante Menschen, das passt doch nicht – oder? Schließlich passiert das zuvor für Lipuria unvorstellbare, sie wechselt die Seite und ist verwirrt. Die überkochenden Empfindungen lösen ein Wechselbad der Gefühle in ihr aus. Sie fragt sich wer sie ist und ob sie sich überhaupt selbst kannte. Doch am Ende weiß sie ganz genau was sie in Zukunft sein möchte ...